Zustand der Friedenskirche in Gaishorn am See



Die Friedenskirche in Gaishorn am See wurde 1880 eingeweiht. Schon damals wurde sehr sparsam gebaut (z.B. gusseiserne Bahnhofsfenster, mehrfache Abstriche vom ursprünglichen Plan).

Zum 100-jährigen Jubiläum wurde eine Renovierung vorgenommen, bei der vorherige Baumängel verdeckt und erneut gravierende bauliche Fehler begangen wurden, etwa die Verwendung von Dispersionsfarbe an der Außenfassade, wasserdichter Betonsockel rund um die Kirche, Terazzo-Boden im Inneren. Alle damaligen Baumaßnahmen führten zu vielfachen Feuchtigkeitsschäden im Inneren der Kirche.

Nach 25 Jahren begannen nun Farbe und Putz an der Fassade wie auch im Inneren der Kirche zu blättern, zu reißen und herunterzufallen.

An der Decke und an den Seitenwänden war der Putz voller Risse, die Farbe  verblichen und blätterte ab. In der ganzen Kirche waren Risse zu sehen, die Spätfolgen von Straßenarbeiten in den 80-ger Jahren sind.

Das Gesimse, das unter dem Gewölbe rund um die Kirche geht, hatte zahlreiche Risse und drohte zu bröckeln.

Die Fenster litten unter starken Feuchtigkeitsschäden. Die gusseisernen Rahmen waren stark korrodiert, die Dichtmasse der Einfassung war überaltert und bröselte, so dass immer wieder Scheiben herausfielen.

An der Außenfassade hatte der Putz durch die Wettereinflüsse stark gelitten und bröselte ab. Die Dispersionsfarbe war rissig, sie verhinderte, dass eintretende Feuchtigkeit wieder entweichen konnte. Die ganze Fassade an Turm und Kirche war stark verwittert, an vielen Stellen waren gravierende Wasserschäden aufgetreten, die dringend behoben werden mußten.

 

Aussenarbeiten (Sommer 2007)



Die ersten Arbeiten waren das Entfernen des Betonsockels an den Fundamenten der Kirche. Diese schweren Arbeiten wurden von Männern der Pfarrgemeinde in freiwilligen Arbeitsstunden erledigt.

Anschließend wurden die Fundamente bis an die Unterkante freigelegt, damit sie über den Sommer trocknen und entsalzt werden konnten.

Anschließend wurde von der Fa. Distlinger die Drainagierung vorgenommen und der Sockelbereich mit einem Spezialputz verputzt.

 

 

 



Anfang November 2007 wurde mit den Arbeiten im Inneren der Kirche begonnen. Zu aller erst wurden die Bänke ausgebaut und in einer Tenne verstaut.

Beim Ausbauen wurden die Schäden an den Füßen der Bänke sichtbar, so dass der anfängliche Plan, die alten Bänke wieder aufzustellen, schon jetzt hinterfragt werden mußte.

Nach Begutachtung durch Fachleute vom Denkmalamt wurde klar, dass auch die Bänke ersetzt werden mussten.

Nach Entfernen der Holzteile, wurde alle Inneneinrichtung für die anschließenden Arbeiten mit Folie verpackt, zum Schutz gegen den auftretenden Staub.

Anschließend ist die Fa. Distlinger mit einem kleinen Bagger in die Kirche eingerückt, um den alten Betonboden zu entfernen.

Dann wurde ein neuer Bodenaufbau mit Steinen in verschiedenen Größen vorgenommen. Der Boden ist über den ganzen Winter offen geblieben, damit die Feuchtigkeit gut entweichen konnte. Dass sehr viel Feuchtigkeit im Boden eingeschlossen war, konnte man daran erkennen, dass das Wasser kräftig von den Kirchenfenstern rann.

 



Im Früjahr 2009 haben wir die Arbeiten im Inneren und an der Fassade fortgesetzt.

Bevor der Sockel rundherum mit Sanierputz verputzt wurde, haben wir in Eigenregie Vorarbeiten für die Elektroistallation vorgenommen.

Im Sockel- und Fußbodenbereich wurden Kanäle und Verteilerdosen für die Elektroleitungen gelegt.

Von der Firma Matlschweiger wurden die Fenster entglast. Der ursprüngliche Plan, nur die kaputten Scheiben zu ersetzten, musste fallen gelassen werden. Beim Entfernen des alten Fensterkitts, brachen die meisten Scheiben. So entschieden wir uns für eine gesamte Neuverglasung. Daher konnten auch die Fensterrahmen ordentlich entrostet und neu grundiert und gestrichen werden.

Anschließend machten sich die Maler an die Bearbeitung der Risse im Putz und das Ausmalen der Kirche. Bei der Farbgebung wurden wir vom kirchlichen Architekten, Prof. Werner Hollomey beraten.

Nach den Malern konnte der Tischlermeister Sölkner mit dem Aufbau des neuen Holzfußbodens beginnen. Wir hatten einen Lärchenboden in Auftrag gegeben. Dazu hat der Tischler einepassendes Lesepult aus dem gleichen Holz angefertigt. Dankenswerter Weise hat er auch die schadhaften Stellen an den Kirchentüren und den Türstöcken in hervorragender Kleinarbeit ausgebessert. Danach konnten die Außentüren neu gestrichen werden.

Inzwischen wurde rund um die Kirche ein Gerüst bis zur Dachkante des Turmes aufgestellt. So konnten von der Fa. Döringer die schadhaften Rinnen ausgebessert werden. Gleichzeitig nutzten wir die Möglichkeit, die arg verwitterten Ziffernblätter der Turmuhr abzunehmen und neu zu beschichten, um sie gleich anschließend wieder anzubringen.

Inzwischen hatte Tischlermeister Stranimaier aus Trieben die neuen Bänke geliefert und in der Kirche aufgestellt. Die Fa. efg-Kirchensitzheizungen aus Deutschland lieferte eine neue Sitzheizung. Das Besondere an dieser Sitzheizung ist, dass sie wie eine Autositzheizung funktioniert, da sie in die Polster integriert ist - und sie ist besonders sparsam, da sie eine kurze Aufwärmzeit hat.

Nachdem die Maler die Außenfassade neu gestrichen hatten und das Gerüst abgebaut worden war, konnte der Vorplatz unter Anleitung von Georg Pretscherer von Blumen Alexandra in Trieben neu gestaltet werden.

Rechtzeitig zum Einweihungsfest am 14. Juni 2009 waren alle Arbeiten abgeschlossen und wir konnten dankbar einen erhebenden Festgottesdienst mit Bischof Dr. Michael Bünker feiern.

letzte Aktualisierung  18.2.2010

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